Die Serie der Krankenhausinsolvenzen reißt nicht ab: Zuletzt beantragte das Katholische Klinikum Oberhausen (KKO) eine Insolvenz in Eigenverwaltung. Den insolvenzrechtlichen Part übernehmen Dr. Christoph Niering und André Dobiey von Niering Stock Tömp, die zu Generalbevollmächtigten ernannt wurden.

Als Sachwalter im Insolvenzverfahren fungiert Dr. Sebastian Henneke aus der Kanzlei HRM Henneke Röpke. Seine Sozietät war 2007 aus dem damaligen Duisburger Büro von hww Wienberg Wilhelm entstanden. Das im Fall KKO zuständige Amtsgericht Duisburg setzt bei Unternehmensinsolvenzen regelmäßig auf die beiden Namensgeber der Kanzlei. So war Dr. Andreas Röpke seit August 2018 Sachwalter über die Eigenverwaltung der Testrut-Gruppe, die mit Gartenmöbeln und Haushaltsgeräten handelt. Dort konnte vor wenigen Wochen mithilfe eines Görg-Teams um Rolf Weidmann ein Insolvenzplan erstellt und ein Investor aus Hongkong gefunden werden.

Niering ist als Vorsitzender des Verbands Insolvenzverwalter Deutschland (VID) eines der bekannten Gesichter der Insolvenzszene. Zuletzt kümmerte er sich unter anderem um die zweite Insolvenz der Bonner Solarworld, die ziemlich rasch auf die erste Insolvenz gefolgt war. Nierings Kanzlei ist seit Jahren nicht nur im Rheinland, sondern auch im Ruhrgebiet präsent. Als Insolvenzverwalter war er vor einigen Jahren für die Rettung der Orthoparc-Privatklinik in Köln verantwortlich. Dem Vernehmen nach begleitet er seit Jahren zudem auch Mandanten bei Sanierungsthemen im Gesundheitssektor.

Das KKO ist, anders als der Name vermuten lässt, ein regelrechter Gesundheitskonzern. Neben den drei Krankenhausstandorten gehören drei Altenheime, vier Pflegedienste und drei Hospize dazu. Insgesamt 2.370 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Gesellschafter sind die katholischen Kirchengemeinden St. Clemens, St. Pankratius und St. Marien in Oberhausen sowie die Beteiligungsgesellschaft des Bistums Essen. Ein kirchlicher Gesundheitskonzern von vergleichbarer Aufstellung war das Marienhospital Münsterland, das Ende 2014 Insolvenz angemeldet hatte. Dort wurden Teile von anderen Krankenhausbetreibern in der Region übernommen und fortgeführt. 

Link H.K. Ltd. aus Hong Kong beteiligt sich an Testrut (DE) GmbH / Kompetenzen in Indoor- und Outdoor Segmenten weiter stärken / Amtsgericht Duisburg bestätigt Annahme des Insolvenzplans

Die Link H.K. Ltd. mit Sitz in Hong Kong übernimmt als Investor mehrheitlich die Anteile an der Testrut (DE) GmbH sowie weiterer ausländischer Gesellschaften der Testrut-Gruppe. Den entsprechenden Insolvenzplan haben die Gläubiger der Testrut (DE) GmbH beim Amtsgericht Duisburg ohne Gegenstimme angenommen. Der Plan sieht vor, dass die Link H.K. Ltd. die weitere Finanzierung des Unternehmens mit frischem Geld sichert und dem Sachwalter zur Abfindung der Gläubiger einen Geldbetrag zur Verfügung stellt.

„Gemeinsam mit Link H.K. Ltd. wird es gelingen, unsere Kompetenzen in den Indoor- und Outdoor-Sortimenten weiter auszubauen und zu stärken. Darüber hinaus ist es mittelfristiges Ziel, für unsere Kunden eine transparente End-to-End Supply-Chain zwischen Asien und Europa aufzubauen.“, so Geschäftsführer Jörg Schoening.

Restrukturierung in Eigenverwaltung erfolgreich

„In einem strukturierten Investorenprozess haben wir die beste Lösung im Interesse der Gläubiger gefunden“, erläutert Rechtsanwalt Rolf Weidmann, Partner von GÖRG Rechtsanwälte/Insolvenzverwalter GbR. Er hat als Generalbevollmächtigter gemeinsam mit der Geschäftsleitung des Unternehmens den Insolvenzplan erstellt, mit dem unter anderem die Standorte der Testrut (DE) GmbH und rund 130 Arbeitsplätze gesichert werden. „Die Restrukturierung in Eigenverwaltung war somit erfolgreich. Die Zerschlagung des Unternehmens hätte zu hohen Abwicklungsverlusten geführt und eine voraussichtlich zur Verteilung vorhandene Masse gänzlich aufgezehrt“, so Weidmann weiter.

„Der besondere Charme dieses Insolvenzplans liegt darin, dass das Insolvenzverfahren bereits kurze Zeit nach Annahme und Bestätigung durch das Gericht erfolgen kann und die Quotenausschüttung davon unabhängig und nachgelagert stattfinden kann.“, meint der Sachwalter Dr. Andreas Röpke von der Kanzlei hrm, Henneke Röpke Rechtsanwälte. Der Sachwalter verteilt nach Aufhebung des Verfahrens, die noch in diesem Monat zu erwarten ist, den von dem Investor auf sein Treuhandkonto gezahlten Ablösebetrag an die Tabellengläubiger.

Link H.K. Ltd. „idealer Investor”

Der Investor Link H.K. Ltd. mit Sitz in Hong Kong ist ein handelsorientiertes Serviceunternehmen, spezialisiert auf die Rolle als Beschaffungsagent. Darüber hinaus bietet Link H.K. Ltd. Mehrwertleistungen wie Qualitätsmanagement und Logistik- sowie Finanzdienstleistungen an. Für das operative Geschäft ergeben sich damit beidseitig erhebliche Synergiepotentiale, insbesondere in den Bereichen Supply-Chain-Management und Finanzierung.

 „Link H.K. Ltd. ist aus unserer Perspektive der ideale Investor, da ein gemeinsames Verständnis des Geschäfts, die Entwicklungspotentiale unserer Branche und potenzielle Geschäftsmodelle existiert. An erster Stelle hat alle unsere Überlegungen jedoch ein starkes beidseitiges Vertrauen angeführt und getrieben.“, führt dazu Robert Testrut aus.

Die neu geschaffene Kooperation nimmt bereits Fahrt auf und legt ihren Fokus zunächst auf die Überarbeitung und Ergänzung von Sortimenten und Produkten, die sowohl für das laufende Jahr wie auch zur Outdoor-Saison 2020 umgesetzt werden.

„Neben diesem deutlichen Signal an unsere Kunden freut es uns insbesondere, unseren Mitarbeitern eine Perspektive im Unternehmen bieten zu können, die durch Ihren Einsatz einen ganz erheblichen Beitrag für die Neuausrichtung geleistet haben.“, führt Alexander Sator, derzeit CFO und zukünftiger kaufmännischer Geschäftsführer der Testrut (DE) GmbH, aus.

Die Geschäftsführungen der Robert Testrut GmbH & Co. KG, der Testrut (DE) GmbH sowie der Testrut Service GmbH hatten am 28. August 2018 Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beim zuständigen Amtsgericht in Duisburg gestellt. Auslöser war der Liquiditätsengpass in einer Schwestergesellschaft der Testrut (DE) GmbH, der die gesamte Firmengruppe in Mitleidenschaft gezogen hat. Die Verfahren wurden zum 1. November 2018 eröffnet, Dr. Andreas Röpke von der Kanzlei hrm, Henneke Röpke Rechtsanwälte zum Sachwalter bestellt.

Folge von Veruntreuung in Millionenhöhe: Der Duisburger Sozialdienstleister ZOF stellt einen Insolvenzantrag. 348 Mitarbeiter sind betroffen.

Der Duisburger Sozialdienstleister Zukunftsorientierte Förderung (ZOF e. V.) hat am Mittwoch einen Insolvenzantrag gestellt. Das erklärte Jörn Kiesow vom Vorstand des Vereins. Gestern bestellte das Amtsgericht Rechtsanwalt Andreas Röpke zum vorläufigen Insolvenzverwalter. „Dr. Röpke arbeitet sich derzeit in Zahlen, Daten, Fakten ein um auf dieser Basis die Zukunft von ZOF gestalten zu können“, erklärte Thomas Schulz, der künftig die Pressearbeit übernehmen wird. Vordringliches Ziel sei es jetzt, die Gelder für Gehälter der Mitarbeiter zu sichern

Veruntreuung von Vereinsgeldern in Millionenhöhe

Zurückzuführen ist die Krise des Sozialdienstleisters, der neben klassischer Jugendhilfe und Streetwork, auch im Betreiben von Flüchtlingsheimen tätig ist, auf Steuerschulden in Millionenhöhe. Der ehemalige Vorsitzende war vor einigen Monaten wegen des Verdachts der Untreue und Steuerhinterziehung festgenommen worden, hat aber ein Geständnis abgelegt und ist wieder auf freiem Fuß. Er soll sich privat an den Einnahmen des Vereins um rund zwei Millionen Euro bereichert haben. In der Folge wurde ZOF zeitweise die Gemeinnützigkeit aberkannt, was wiederum hohe Steuernachzahlungen auslöste.

Der Sozialdienstleister Zukunftsorientierte Förderung (ZOFe. V.) aus Duisburg hat am Mittwoch (16.01.2019) einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Duisburg gestellt, wie der Vorstand mitteilte.

Finanzamt lehnt Ratenzahlungen ab

Das Finanzamt Duisburg lehnt nach Angaben des ZOF-Vorstands Ratenzahlungen ab, die sich auf Steuerverbindlichkeiten beziehen, die in wenigen Wochen fällig würden.

Hintergrund: Dem Verein war wegen des Vorwurfs der Veruntreuung von zwei Millionen Euro durch den damaligen Vereinsvorsitzenden zeitweise die Gemeinnützigkeit aberkannt worden. Das löste wiederum hohe Steuernachzahlungen aus. Der Verein darf zudem zwei Flüchtlingsheime in Wegberg und Euskirchen nicht weiter betreiben.

Situation der Mitarbeiter unklar

Wie es mit dem Verein und den aktuell 345 Mitarbeitern in NRW und Brandenburg weitergeht, ist unklar. ZOF hatte vor dem Insolvenzantrag geplant, sich von Teilen seines Geschäftes, zum Beispiel dem Betreiben von Flüchtlingsheimen, zu trennen. Stattdessen wollte sich der Verein mehr auf ambulante und stationäre Jugendhilfe konzentrieren, so der Vorstand. Das muss allerdings in Zukunft der Insolvenzverwalter entscheiden.

Geschäftsführung, Sachwalter sowie die Berater der Kanzlei Görg haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Testrut (DE) GmbH sowie der Testrut Service GmbH darüber informiert, dass TESTRUT sich weiter zukunftsfähig aufstellt.

Die in der Eigenverwaltung erarbeitete Unternehmensplanung gewährleistet die positive Fortsetzung des Geschäftsbetriebs und wurde durch externe Aufsichtsgremien bestätigt. „Die langjährigen Beziehungen zu unseren Kunden und Lieferanten haben sich in dieser schwierigen Situation als außergewöhnlich belast- bar dargestellt. Viele Kunden, Zulieferer und Dienstleister unterstützen uns aktiv in diesem Prozess. Dies auch an Stellen, die wir in dieser Form nicht erwartet hätten.“, so Jörg Schoening, Geschäftsführer der Testrut (DE) GmbH. Weiter führt er aus: „Ein besonderer Dank geht nicht nur an unsere Geschäftspartner, sondern insbesondere an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die teilweise in den vergangenen Wochen über sich hinausgewachsen sind und die aktuellen Herausforderungen positiv angenommen haben.“ 

Das zuständige Amtsgericht hatte Dr. Andreas Röpke von der Kanzlei hrm, Henneke Röpke Rechtsanwälte, zum 1. November 2018 zum Sachwalter bestellt und die Eigenverwaltung für die beiden TESTRUT-Gesellschaften angeordnet. Die eingeleitete Restrukturierung wird für beide Gesellschaften auch in den nun eröffneten Verfahren, in denen Löhne und Gehälter für rund 130 Beschäftigte in Wesel und 50 in Triptis (Thüringen) nun wieder regulär durch die Gesellschaften gezahlt werden, planmäßig fortgeführt.

Das Weseler Handelshaus aus Obrighoven blieb auf Gartenmöbeln sitzen.

Die Weseler Testrut-Gruppe mit Sitz im Gewerbegebiet Am Schornacker befindet sich im Insolvenzverfahren. Grund ist nach Informationen unserer Redaktion, dass eine große Menge an Gartenstühlen beim Unternehmen lagert, die ein Besteller nicht abgeholt und bezahlt hat. Deshalb sah sich das Unternehmen gezwungen, diesen Schritt zu gehen. Aus Kreisen des Unternehmens hieß es am Freitag, dass die Geschäfte in jedem Fall weiterlaufen würden. Geschäftsführung und vorläufiger Sachwalter haben die Mitarbeiter der Robert Testrut GmbH & Co. KG, der Testrut (DE) GmbH sowie der Testrut Service GmbH in einer Belegschaftsversammlung jetzt darüber informiert, dass die Restrukturierung in Eigenverwaltung weiter vorangetrieben werden soll.

Knapp 50 Mitarbeiter wurden wohl bereits im Mai freigestellt. Was aus den übrigen rund 100 Angestellten wird, ist derzeit völlig unklar.

Das Babcock-Fertigungszentrum an der Duisburger Straße ist insolvent. Das geht aus einer öffentlichen Bekanntmachung des NRW-Justizministeriums hervor. Das Verfahren ist eröffnet, ein vorläufiger Insolvenzverwalter ist bestellt.