Link H.K. Ltd. aus Hong Kong beteiligt sich an Testrut (DE) GmbH / Kompetenzen in Indoor- und Outdoor Segmenten weiter stärken / Amtsgericht Duisburg bestätigt Annahme des Insolvenzplans

Die Link H.K. Ltd. mit Sitz in Hong Kong übernimmt als Investor mehrheitlich die Anteile an der Testrut (DE) GmbH sowie weiterer ausländischer Gesellschaften der Testrut-Gruppe. Den entsprechenden Insolvenzplan haben die Gläubiger der Testrut (DE) GmbH beim Amtsgericht Duisburg ohne Gegenstimme angenommen. Der Plan sieht vor, dass die Link H.K. Ltd. die weitere Finanzierung des Unternehmens mit frischem Geld sichert und dem Sachwalter zur Abfindung der Gläubiger einen Geldbetrag zur Verfügung stellt.

„Gemeinsam mit Link H.K. Ltd. wird es gelingen, unsere Kompetenzen in den Indoor- und Outdoor-Sortimenten weiter auszubauen und zu stärken. Darüber hinaus ist es mittelfristiges Ziel, für unsere Kunden eine transparente End-to-End Supply-Chain zwischen Asien und Europa aufzubauen.“, so Geschäftsführer Jörg Schoening.

Restrukturierung in Eigenverwaltung erfolgreich

„In einem strukturierten Investorenprozess haben wir die beste Lösung im Interesse der Gläubiger gefunden“, erläutert Rechtsanwalt Rolf Weidmann, Partner von GÖRG Rechtsanwälte/Insolvenzverwalter GbR. Er hat als Generalbevollmächtigter gemeinsam mit der Geschäftsleitung des Unternehmens den Insolvenzplan erstellt, mit dem unter anderem die Standorte der Testrut (DE) GmbH und rund 130 Arbeitsplätze gesichert werden. „Die Restrukturierung in Eigenverwaltung war somit erfolgreich. Die Zerschlagung des Unternehmens hätte zu hohen Abwicklungsverlusten geführt und eine voraussichtlich zur Verteilung vorhandene Masse gänzlich aufgezehrt“, so Weidmann weiter.

„Der besondere Charme dieses Insolvenzplans liegt darin, dass das Insolvenzverfahren bereits kurze Zeit nach Annahme und Bestätigung durch das Gericht erfolgen kann und die Quotenausschüttung davon unabhängig und nachgelagert stattfinden kann.“, meint der Sachwalter Dr. Andreas Röpke von der Kanzlei hrm, Henneke Röpke Rechtsanwälte. Der Sachwalter verteilt nach Aufhebung des Verfahrens, die noch in diesem Monat zu erwarten ist, den von dem Investor auf sein Treuhandkonto gezahlten Ablösebetrag an die Tabellengläubiger.

Link H.K. Ltd. „idealer Investor”

Der Investor Link H.K. Ltd. mit Sitz in Hong Kong ist ein handelsorientiertes Serviceunternehmen, spezialisiert auf die Rolle als Beschaffungsagent. Darüber hinaus bietet Link H.K. Ltd. Mehrwertleistungen wie Qualitätsmanagement und Logistik- sowie Finanzdienstleistungen an. Für das operative Geschäft ergeben sich damit beidseitig erhebliche Synergiepotentiale, insbesondere in den Bereichen Supply-Chain-Management und Finanzierung.

 „Link H.K. Ltd. ist aus unserer Perspektive der ideale Investor, da ein gemeinsames Verständnis des Geschäfts, die Entwicklungspotentiale unserer Branche und potenzielle Geschäftsmodelle existiert. An erster Stelle hat alle unsere Überlegungen jedoch ein starkes beidseitiges Vertrauen angeführt und getrieben.“, führt dazu Robert Testrut aus.

Die neu geschaffene Kooperation nimmt bereits Fahrt auf und legt ihren Fokus zunächst auf die Überarbeitung und Ergänzung von Sortimenten und Produkten, die sowohl für das laufende Jahr wie auch zur Outdoor-Saison 2020 umgesetzt werden.

„Neben diesem deutlichen Signal an unsere Kunden freut es uns insbesondere, unseren Mitarbeitern eine Perspektive im Unternehmen bieten zu können, die durch Ihren Einsatz einen ganz erheblichen Beitrag für die Neuausrichtung geleistet haben.“, führt Alexander Sator, derzeit CFO und zukünftiger kaufmännischer Geschäftsführer der Testrut (DE) GmbH, aus.

Die Geschäftsführungen der Robert Testrut GmbH & Co. KG, der Testrut (DE) GmbH sowie der Testrut Service GmbH hatten am 28. August 2018 Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beim zuständigen Amtsgericht in Duisburg gestellt. Auslöser war der Liquiditätsengpass in einer Schwestergesellschaft der Testrut (DE) GmbH, der die gesamte Firmengruppe in Mitleidenschaft gezogen hat. Die Verfahren wurden zum 1. November 2018 eröffnet, Dr. Andreas Röpke von der Kanzlei hrm, Henneke Röpke Rechtsanwälte zum Sachwalter bestellt.

Folge von Veruntreuung in Millionenhöhe: Der Duisburger Sozialdienstleister ZOF stellt einen Insolvenzantrag. 348 Mitarbeiter sind betroffen.

Der Duisburger Sozialdienstleister Zukunftsorientierte Förderung (ZOF e. V.) hat am Mittwoch einen Insolvenzantrag gestellt. Das erklärte Jörn Kiesow vom Vorstand des Vereins. Gestern bestellte das Amtsgericht Rechtsanwalt Andreas Röpke zum vorläufigen Insolvenzverwalter. „Dr. Röpke arbeitet sich derzeit in Zahlen, Daten, Fakten ein um auf dieser Basis die Zukunft von ZOF gestalten zu können“, erklärte Thomas Schulz, der künftig die Pressearbeit übernehmen wird. Vordringliches Ziel sei es jetzt, die Gelder für Gehälter der Mitarbeiter zu sichern

Veruntreuung von Vereinsgeldern in Millionenhöhe

Zurückzuführen ist die Krise des Sozialdienstleisters, der neben klassischer Jugendhilfe und Streetwork, auch im Betreiben von Flüchtlingsheimen tätig ist, auf Steuerschulden in Millionenhöhe. Der ehemalige Vorsitzende war vor einigen Monaten wegen des Verdachts der Untreue und Steuerhinterziehung festgenommen worden, hat aber ein Geständnis abgelegt und ist wieder auf freiem Fuß. Er soll sich privat an den Einnahmen des Vereins um rund zwei Millionen Euro bereichert haben. In der Folge wurde ZOF zeitweise die Gemeinnützigkeit aberkannt, was wiederum hohe Steuernachzahlungen auslöste.

Geschäftsführung, Sachwalter sowie die Berater der Kanzlei Görg haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Testrut (DE) GmbH sowie der Testrut Service GmbH darüber informiert, dass TESTRUT sich weiter zukunftsfähig aufstellt.

Die in der Eigenverwaltung erarbeitete Unternehmensplanung gewährleistet die positive Fortsetzung des Geschäftsbetriebs und wurde durch externe Aufsichtsgremien bestätigt. „Die langjährigen Beziehungen zu unseren Kunden und Lieferanten haben sich in dieser schwierigen Situation als außergewöhnlich belast- bar dargestellt. Viele Kunden, Zulieferer und Dienstleister unterstützen uns aktiv in diesem Prozess. Dies auch an Stellen, die wir in dieser Form nicht erwartet hätten.“, so Jörg Schoening, Geschäftsführer der Testrut (DE) GmbH. Weiter führt er aus: „Ein besonderer Dank geht nicht nur an unsere Geschäftspartner, sondern insbesondere an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die teilweise in den vergangenen Wochen über sich hinausgewachsen sind und die aktuellen Herausforderungen positiv angenommen haben.“ 

Das zuständige Amtsgericht hatte Dr. Andreas Röpke von der Kanzlei hrm, Henneke Röpke Rechtsanwälte, zum 1. November 2018 zum Sachwalter bestellt und die Eigenverwaltung für die beiden TESTRUT-Gesellschaften angeordnet. Die eingeleitete Restrukturierung wird für beide Gesellschaften auch in den nun eröffneten Verfahren, in denen Löhne und Gehälter für rund 130 Beschäftigte in Wesel und 50 in Triptis (Thüringen) nun wieder regulär durch die Gesellschaften gezahlt werden, planmäßig fortgeführt.

Das Weseler Handelshaus aus Obrighoven blieb auf Gartenmöbeln sitzen.

Die Weseler Testrut-Gruppe mit Sitz im Gewerbegebiet Am Schornacker befindet sich im Insolvenzverfahren. Grund ist nach Informationen unserer Redaktion, dass eine große Menge an Gartenstühlen beim Unternehmen lagert, die ein Besteller nicht abgeholt und bezahlt hat. Deshalb sah sich das Unternehmen gezwungen, diesen Schritt zu gehen. Aus Kreisen des Unternehmens hieß es am Freitag, dass die Geschäfte in jedem Fall weiterlaufen würden. Geschäftsführung und vorläufiger Sachwalter haben die Mitarbeiter der Robert Testrut GmbH & Co. KG, der Testrut (DE) GmbH sowie der Testrut Service GmbH in einer Belegschaftsversammlung jetzt darüber informiert, dass die Restrukturierung in Eigenverwaltung weiter vorangetrieben werden soll.