Folge von Veruntreuung in Millionenhöhe: Der Duisburger Sozialdienstleister ZOF stellt einen Insolvenzantrag. 348 Mitarbeiter sind betroffen.

Der Duisburger Sozialdienstleister Zukunftsorientierte Förderung (ZOF e. V.) hat am Mittwoch einen Insolvenzantrag gestellt. Das erklärte Jörn Kiesow vom Vorstand des Vereins. Gestern bestellte das Amtsgericht Rechtsanwalt Andreas Röpke zum vorläufigen Insolvenzverwalter. „Dr. Röpke arbeitet sich derzeit in Zahlen, Daten, Fakten ein um auf dieser Basis die Zukunft von ZOF gestalten zu können“, erklärte Thomas Schulz, der künftig die Pressearbeit übernehmen wird. Vordringliches Ziel sei es jetzt, die Gelder für Gehälter der Mitarbeiter zu sichern

Veruntreuung von Vereinsgeldern in Millionenhöhe

Zurückzuführen ist die Krise des Sozialdienstleisters, der neben klassischer Jugendhilfe und Streetwork, auch im Betreiben von Flüchtlingsheimen tätig ist, auf Steuerschulden in Millionenhöhe. Der ehemalige Vorsitzende war vor einigen Monaten wegen des Verdachts der Untreue und Steuerhinterziehung festgenommen worden, hat aber ein Geständnis abgelegt und ist wieder auf freiem Fuß. Er soll sich privat an den Einnahmen des Vereins um rund zwei Millionen Euro bereichert haben. In der Folge wurde ZOF zeitweise die Gemeinnützigkeit aberkannt, was wiederum hohe Steuernachzahlungen auslöste.

Der Sozialdienstleister Zukunftsorientierte Förderung (ZOFe. V.) aus Duisburg hat am Mittwoch (16.01.2019) einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Duisburg gestellt, wie der Vorstand mitteilte.

Finanzamt lehnt Ratenzahlungen ab

Das Finanzamt Duisburg lehnt nach Angaben des ZOF-Vorstands Ratenzahlungen ab, die sich auf Steuerverbindlichkeiten beziehen, die in wenigen Wochen fällig würden.

Hintergrund: Dem Verein war wegen des Vorwurfs der Veruntreuung von zwei Millionen Euro durch den damaligen Vereinsvorsitzenden zeitweise die Gemeinnützigkeit aberkannt worden. Das löste wiederum hohe Steuernachzahlungen aus. Der Verein darf zudem zwei Flüchtlingsheime in Wegberg und Euskirchen nicht weiter betreiben.

Situation der Mitarbeiter unklar

Wie es mit dem Verein und den aktuell 345 Mitarbeitern in NRW und Brandenburg weitergeht, ist unklar. ZOF hatte vor dem Insolvenzantrag geplant, sich von Teilen seines Geschäftes, zum Beispiel dem Betreiben von Flüchtlingsheimen, zu trennen. Stattdessen wollte sich der Verein mehr auf ambulante und stationäre Jugendhilfe konzentrieren, so der Vorstand. Das muss allerdings in Zukunft der Insolvenzverwalter entscheiden.